Herzlich Willkommen in meiner virtuellen Welt

Auf diesen Seiten erfahrt ihr fast alles über mich, meine Familie und mein Hobby: Den Sport!

Viel spass beim durchstöbern.

Er ist da!!!!!

17.05.2012

 

Endlich ist es geschafft. Hiermit geben wir offiziell bekannt, dass unser viertes Kind und erster Sohn Noah Gabriel am 9.05.2012 um 10.43 Uhr das Licht der Welt erblickt hat. Mit einem Kampfgewicht von 2960 Gramm und einer Größe von 49cm ist er zwar noch ein wenig klein, doch er isst, wie ein Großer und gibt sich ganze Mühe, ganz schnell zu wachsen ;-). Die Mutter hat die 11-stündige Geburt gut überstanden und erholt sich sehr schnell. Die Geschwister sind total stolz auf ihren kleinen Bruder und kümmern sich liebevoll um alles. Und ich bin stolz und glücklich, nach drei wundervollen Mädchen nun endlich etwas Abwechslung durch einen Jungen im Prinzessinnenland zu haben ;-). Mal abwarten, was uns da so alles bevor steht ;-)

 

Dazu kommt, dass mein Bein wieder auf dem Weg der Besserung ist. Wie schon geschrieben, hat sich immer Wasser im Schienbein gesammelt, wo mir bisher niemand sagen konnte, woran das liegt. Nun hat sich der Arzt meines Vertrauens gehörig für mich eingesetzt und hat mir ein Hilfsmittel besorgt, welches meinen Fuß zur Gänze stilllegt und somit die Heilung fördert. Sollte jemand den richtigen Namen dieses Hilfmittels kennen, so darf er sich gern bei mir melden, ich weiß ihn nämlich nicht... Es ist ein Schuh, eher gesagt ein Stiefel... Dieses Teil ist echt der burner ;-) Direkt, nachdem ich mit meinem Paket aus Bochum wieder nach hause kam, legte ich das Teil an und trug es bis zum abend. Und schon am nächsten morgen bemerkte ich die ersten Erfolge. Die Schwellung war schon zurückgegangen und die Schmerzen hielten sich in Grenzen- Sehr schön, so kann es weiter gehen. Und das tut es auch. Seit fast zwei Wochen trag ich dieses Ding nun und seither hatte ich weder was von der Schwellung gesehen, geschweige denn gespürt. Dann bin ich ja mal gespannt, was der Vereinswunderheiler aus Wattenscheid am Montag dazu sagen wird- vielleicht darf ich aj dann endlich wieder auf die Piste, die Füße jucken so dolle ;-)

Sieben gute Jahre,sieben schlechte...?!

22.04.2012

 

Als hätte ich einen Spiegel zerbrochen...

Es begann ja schon im letzten Jahr,als ich den Essen-marathon wegen meiner Lungenentzündung absagen musste. Frankfurt danach war auch nicht gerade eine Glanzleistung und der Winter zog sich wie Kaugummi... Immer iweder kam was, was mich ein wenig zurückgeworfen hat.Doch das jetzt toppt alles dagewesene.

 

Nachdem im Januar der Saisonauftakt in Duisburg bei der Dusiburger Winterlaufserie eigentlich sehr gut geklappt hat, lief auch das training wieder runder bei mir. Mit der Coesfelderin Carolin Aehling konnte ich so einige Samstage durch die Halterner Haard fetzen und wir haben uns gegenseitig ordentlich hochgepusht. Das Training lief bombig und ich fühlte mich topfit. Irgendwann kam dann der zweite Lauf in Duisburg, diesmal waren es 15km, und auch diese waren super. Es lief alles rund,es machte spass und Anstrengung kenn ich ganz anders. Doch dann sollte es mich packen.

 

Ein paar Tage vor dem Halbmarathon in Duisburg, der auch gleichzeitig das letzte der drei Rennen der Serie darstellte, schmerzte mir das Bein.

Ist ja erstmal nichts ungewöhnliches, denn ab einem bestimmten Belastungslevel hat man einfach mal Schmerzen. Doch das war mir so nicht geheuer und ich ging zum ortsansäßigem Arzt. Der schrieb mich erstmal krank und meinte, es wäre eine Sehnenscheidenentzündung im Schienbein... OK, jetzt weiß ich,dass sowas nicht nur an den Händen vorkommen kann...

Den Halbmarathon durfte ich,wenn auch langsam,machen. Eigentlich hatte ich mir wegen der guten Trainingseinheiten und meinem derzeitig guten Zustand vorgenommen, mal wieder eine neue Bestzeit aufzustellen, doch mit der Verletzung wäre das wohl nicht die beste Idee gewesen. So bin ich also auf Nummer Sicher gegangen und habe lediglich einen weiteren Sieg eingefahren.

Die Serie war auch in diesem jahr wieder richtig schön. Die Atmosphäre dort ist immer sehr angenehm und familiär, die Strecke ist bestens für sämtliche Witterungsverhältnisse präpariert und die Organisation ist vorbildlich organisiert. Es macht dort riesenspass, zu laufen.

 

Einige Tage später habe ich mich zur Sicherheit auf den Weg zu unserem Vereinsarzt Dr. Falarzik gemacht, denn so wirklich konnte ich nicht an den Gedanken der Sehnenscheidenentzündung gewöhnen.

Nach einigen Untersuchungen stellte er den Verdacht auf Marschfraktur.... Das würde etwa zwei Monate komplette Auszeit bedeuten...

Leider bin ich nur ien kleiner Kassenpatient, weshalb ich einige Zeit auf meinen Termin warten musste,doch letzten Freitag wurde ein MRT meines Beines gemacht, um die Marschfraktur zu bestätigen oder auszuschließen... Morgens in Münster zum MRT,mittags dann schnell zu Doc Falarzik nach Bochum.

Und was ist nun los? Ich hab nicht die geringste Ahnung.

Der Knochen ist stabil und weist keine Fraktur auf, die Sehnen sehen auch gut aus, doch da steckt Flüssigkeit im Gewebe. Ja wo kommt denn das her? Und was macht es da? Wenn wir das nur wüssten....

Weitere Diagnostiken sind beauftragt und jetzt kann ich leider nur abwarten und Tee trinken.

Das Training liegt leider noch immer flach und auch den Hamburg Marathon, für den ich mir ebenfalls die Verbesserung meiner Bestzeit vorgenommen habe, musste ich bereits absagen. Hoffentlich finden wir ganz schnell raus, was da los ist.

Meine Frau ist mittlerweile kurz davor, mich rauszuwerfen,da ich nicht nur nicht trainieren, sondern auch nicht arbeiten kann,weshalb ich dann zuhause bin und ihr leider etwas auf die Nerven gehe ;-) Aber das beruht auf Gegenseitigkeit ;-)

Wenigstens freuen sich die Kinder,dass der Papa so viel Zeit für sie hat ;-)

 

Sobald sich Neuerungen ergeben, werdet ihr es erfahren, wir arbeiten dran ;-)

Frohes neues Jahr!!!

1.01.2012

 

Ich wünsche euch allen ein frohes, neues Jahr.

Da ich heute noch mal ein wenig auf gemütlich mache, kann ich euch auch gleich von meinen letzten Tagen des vergangenen Jahres erzählen.

Wie es einige mitbekommen haben und vor allem das Lokalradio davon schwärmte, bin ich gestern beim 34. Herner Silvesterlauf über die 10km Distanz gestartet. Nachdem mein Hauptkonkurrent Steffen Uliczka lieber in Österreich starten wollte, war der Weg in Herne für mich frei. Ich hatte Chancen auf einen Sieg.

Das hatte ich schon öfter in vergangener Zeit und es ist nie gut gegangen, weshalb ich mit gemischten Gefühlen hinfuhr.

Mein neues Auto einweihend machte ich mich auf den feuchten Weg Richtung Westen. Hier zuhause nieselte es etwas, doch im Pott angekommen, regnete es, wie aus selbigem. Es schüttete. Aber ich war ja schon immer ein Regenläufer ;-)

 

Endlich in Herne angekommen, machte ich mich auch schon daran, mich aufzuwärmen, wobei ich niemand geringeren traf, als Michael Fietz. Ich freute mich, ihn dort zu treffen und wir bereiteten uns gemeinsam auf den Start vor. Auch andere bekannte Gesichter waren vor Ort, darunter Lokalmatador Hendrik Bollmann und Cheftrainer der TV, Tono Kirschbaum. Ich fühlte mich fast wie auf einer Meisterschaft, denn nur dort traf man den Boss...

 

Irgendwann war es dann soweit und wir reihten uns für den Start ein.

Der Startschuß fiel und wir machten uns auf die von den Helfern bestens präparierte Strecke durch den Gysenbergpark. Die ersten Kilometer liefen gut und das Tempo war mit 3:20 min eigentlich ziemlich locker. Mein Mitstreiter Jan Hamann vom USC Bochum lief die ganze Zeit mit und ließ keinen Fehler zu. Doch dann kam der Befehl.

Oben am Berg angekommen, umliefen wir einen Trainingsplatz, wo Tono stand und mich anfeuerte. Als Bundestrainer des DLV kennt er natürlich einige Talente und konnte somit meine und auch die Leistung von Jan Hamann einschätzen. Irgendwann rief er mir zu, ich solle Tempo machen, was ich auch tat. Der nächste Kilometer war nach 2:42 min vorbei, der nächste dauerte mit 2:58 min nicht entscheidend länger und ich fühlte mich super. Ich rannte. Jan entfernte sich etwas von mir, blieb aber dran, so dass ich eine etwas höhere Geschwindigkeit hielt. Wir rannten weiter durch Matsch und Schlamm, denn der Regen hatte die Waldpfade vollkommen aufgeweicht. Es war wie beim Schlammringen. Wir waren nass vom Regen und dreckig vom Boden... ein tolle und unschlagbares Gefühl, ausserdem sehr gut für die Haut so eine Schlammpackung ;-)

Als ich aus dem Wald heraus auf den Parkweg kam, sah ich Jan schon kaum mehr, weshlab ich eher locker Richtung Ziel trabte. Der Sieg gehörte mir.

Mit einer Endzeit von 31:44 min durchlief ich, dreckig, nass und glücklich, das Ziel. Ich fühlte mich wie eine Sau. Kampf und Dreck ;-)

Kurz nach mir kamen dann Jan und einige andere Athleten ins Ziel, die komischerweise genau so dreckig waren, wie ich.

Direkt im Ziel wurden die ersten drei Finisher sofort zum Foto zusammengestellt und bald darauf folgte auch die Siegerehrung,wo wir alle zu dem Knallerhit "so sehen Sieger aus" feierten.

 

Zuhause wartete dann meine Familie mit dem besten Raclette aller Zeiten auf mich. Nachdem wir durch die Hilfe eines guten Freundes auch endlich einen funktionierenden Raclettegrill auf dem Tisch hatten, konnten wir sowohl den Sieg in Herne angemessen mit Speis und Trank feiern, als auch das alte Jahr kraftvoll verscheuchen, welches uns viel, viel Pech gebracht hat.

 

Auch von hier aus wünschen wir all unseren Familienmitgliedern, Freunden, Bekannten, Feinden und Unbekannten ein wundervolles Jahr 2012, auf dass sich all unsere Hoffnungen und Wünsche für das Jahr erfüllen mögen, wobei sich bei uns schon so einiges in der Weihnachtswoche erfüllt hat ;-)

 

FROHES NEUES!!!!!!

Sportmedienpreis 2011

Wie auch schon in der Vergangenheit hat man mich erneut zur Wahl zum Sportler des Jahres im Kreis Coesfeld aufgestellt.

Nun bitte ich um eure tatkräftige Unterstützung, damit ich EUER Sportler des Jahres werde. Käsebotschafter bin ich ja schon ;-)

 

 http://www.ksb-coesfeld.de/

form/index.php?menuid=186&

topmenu=183&keepmenu=inactive

 

 

 

...ist doch alles Käse...

10.12.2011

 

Lange nichts mehr voneinander gehört.

Aber ich bin noch da ;-).Und habe eine Menge Neuigkeiten im Gepäck.

Zunächst will ich mal erzählen, was die Lauferei so macht.

Nachdem ich in Essen ja leider nicht starten konnte, hatte sich meine Lungenentzündung Gott sei Dank nicht so stark festgesetzt und ich fuhr frohen Mutes nach Frankfurt zum Marathon. Dem Körper ging es wieder gut, die Form war im Training perfekt,doch irgendwas passte nicht.

Samstag abend vor dem großen Tag kam ich in Frankfurt an und es lief alles bestens. Ich aß gut, traf alle Freunde und Bekannte, die ich dort erwartet habe und auch nicht und hatte eigentlich eine schöne Zeit. Wäre da nicht der Marathon gewesen. Ich hatte schon ein wenig angst davor, denn ich hatte mir eine große Aufgabe gesetzt. Michael Fietz, der einstige und letzte deutsche Sieger des Frankfurt Marathon aus dem Jahr 2007 sollte mich mit dem Rad begleiten und ich wollte ihn und mich nicht enttäuschen. Denn er war es bisher, er mich auf meinen Bestzeitläufen begleitet und beraten hat, weshalb ich ihm zum Teil meine 2:19h verdanke.Ausserdem kann ich ja nicht einfach so ins Ziel stolpern mit einer für mich grottenschlechten Zeit,, wo er doch so einen großen Titel in Frankfurt trägt. Doch Ziele setzt man doch gern zu hoch an...

Wie auch immer kam dann endlich der Sonntag morgen und wir gingen frohen Mutes auf die endlos lange Strecke durch Frankfurt. Doch irgendwas stimmte immer noch nicht. Die Beine liefen, die Atmung war auch gut, ebenso die Zwischenzeiten. Nur die Motivation fehlte irgendwie. Es war wie verhext. Ich lief einfach weiter, ohne mir groß Gedanken darum zu machen, denn was soll es bringen, sich damit zu plagen? Genau, nichts...

Meine Zwischenzeiten hielten sich in Grenzen, meine Zeit wäre noch zu erreichen, wenn auch mit etwas Anstrengung, doch dann musste ich hart einstecken, denn bei KM 30 meinte dann ein Streckenposten,sich mir in den Weg stellen zu müssen. Wir haben einander einfach zu spät gesehen und liefen ineinander. Ich stieß mir das Knie und fand nicht wirklich in meinen Schritt zurück, was mir eine Zeit jenseits der 2:19h reichlich verhagelte. Eigentlich hätte ich jetzt ebensogut aussteigen können, doch dann wäre der Kopf noch kaputter gewesen,als so schon.Denn das war es, was nicht stimmte. Ich hatte mich monatelang auf den Essen-Marathon vorbereitet und mich mental darauf eingestellt, ab der dritten Oktoberwoche Trainingspause zu haben, worauf sich mein kompletter Körper eingestellt hat. Habt ihr schon mal Überstunden gemacht? Oder habt ihr eine Arbeit verrichtet, worauf ihr mal so gar keine Lust hattet? Dann könnt ihr euch in etwa vorstellen, wie es mir dort ging. Mental befand ich mich bereits im Trainingsurlaub, doch der Körper musste dennoch hart arbeiten, wogegen er sich strikt wehrte.

Mit einer für mich wirklich verdammt schlechten Zeit von über 2:25h bin ich dann doch endlich ins Ziel gekommen, wo mich jedoch die schlechte und stickige Hallenluft packte und mich, wie viele andere dort, erstmal zu Boden schickte. Gott sei Dank kam ich schnell wieder hoch,was man von Sabrina mockenhaupt im ersten Moment ja nicht sagen konnte. Dennoch sind alle gesund und wohlauf, wobei man sich echt schönere Zieleinläufe vorstellen kann.

Glücklicherweise lief es da bei Jan Fitschen, meinem Vereinskollegen, besser, denn er lief seine lang ersehnte 2:15h und freut sich, dass er endlich seine Leistung präsentieren konnte. Glückwunsch von unserer Seite dafür.

 

Endlich hatte ich meine trainingsfreie Zeit und ich genoß sie in vollen Zügen. Wie viel Zeit man spart, wenn man nicht täglich zum Training muss... Und wie schlaflos die Nächte sind, wenn man nicht mehr ausgepowert und müde vom Training nach hause kommt...

Langsam hab ich dann wieder angefangen, meine Einheiten aufzunehmen und mittlerweile bin ich wieder im Langstrecken-Wintertraining. Die Einheiten fangen bei 12 km an und enden gerne mal bei 30km, wobei der Puls gering gehalten wird. Ich sollte mir mal wieder ein IPhone zulegen, dann kann ich unterwegs fern sehen ;-).

Jetzt bereite ich mich auf Silvester vor, wo ich, wie in jedem Jahr, wieder nach Herne fahre und mich an Steffen Uliczka messen werde(oder er mich wie immer in Grund und Boden rennen wird) um danach in Windeseile nach Münster zu düsen, wo ich dann ebenfalls den Silvesterlauf mitmachen und gewinnen will. Wir werden sehen...

Huch, fast hätte ich es vergessen, ich hab ja noch Neuigkeiten für euch.

Das erste:  Ich wurde zum Botschafter des guten Geschmacks...

Nein, das ist kein Witz, denn ein laufbegeisterter Käsespezialist aus Coesfeld hat mich dazu ernannt. Ich bin jetzt sein Käsebotschafter und man wird mich ab sofort öfters mit der oben gezeigten Maus sehen. Bei meinem neuen Sponsor handelt es sich um den besten,freundlichsten und bestimmt verrücktesten Käsespezialisten des Münsterlandes, Christian Althues. Auch wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit und auf die gemeinsame Zeit und natürlich auf weitere Erfolge mit der Firma Althues.

Und nun zum zweiten: Oder sollte ich besser sagen, zum vierten?! Einige wissen es schon, andere werden es grad ahnen, ich löse auf: Im Mai nächsten Jahres werden wir ein weiteres Familienmitglied in unserer Mitte begrüßen dürfen, denn Severine ist schwanger.

Auch darüber freuen wir uns über alle Maßen und hoffen, dass bis dahin alles gut geht.

 

So, nun wisst ihr wieder eine ganze Menge mehr über mich und ich werde mir jetzt einfach mal meinen Käse vom Käsespezialisten Althues schmecken lassen. Vielleicht trifft man sich ja mal an seinem Verkaufswagen auf einem der vielen Märkte,die er jede Woche besucht...

Laufen, bis der Arzt kommt...

10.10.2011

 

Kennt ihr das? Ihr plant etwas monatelang, bereitet euch intensiv darauf vor und verschwendet jeden Gedanken an das Geplante? Ihr bekommt zwar zwischendurch etwas Streß mit der Frau, weil ihr nicht mal zum Abendessen zuhause seit, doch das ist euch egal, denn ihr seht nur das Ziel eurer Arbeit und freut euch wie ein kleines Kind, dieses endlich zu erreichen... Doch dann werdet ihr krank... Eine Woche vorm Ziel legt es euch nieder und ihr könnt nichts mehr... Es ist wirklich zum heulen...

Genau das ist mir letzte Woche passiert. Ich habe mich das ganze Jahr lang nur auf diesen einen Marathon vorbereitet. Ich habe vor Augen gehabt, wie ich am Ende meiner Kräfte und dennoch mit der Welt rundum zufrieden die Ziellinie überschreite, im Hintergrund dröhnt die allzeit bekannte Stimme meines Lieblingsstreckenkommentators und jubelt mit mir über meine neue Bestzeit, viele Menschen kommen auf mich zugestürmt und gratulieren mir und ich will nur noch eine Massage...

Tja, daraus wurde leider nichts für mich, denn ich hab mir da ordentlich was weggeholt. Es fing an, dass meine Kinder eine kleine Erkältung mit nach hause brachten. Bei den Wetterumschwüngen der letzten Zeit war es eigentlich nur die Frage, wann sie es mitbringen, doch genau in der letzten Woche konnte ich es am allerwenigsten gebrauchen.

Wie dem auch sei wurde alles mit Trainer und Arzt besprochen und wir waren eigentlich guter Dinge, da mein Wohlbefinden bis dato nicht wirklich in Mitleidenschaft gezogen wurde, so dass ich das Training im vollen Umfang und mit gewohnter Leistung hinter mich bringen konnte.

Doch dann kam Freitag. Ich saß nichtsahnend in der Praxis meines Lieblingsvereinsarztes und sah in ein bedrücktes Gesicht, wo mir dann schon klar war, dass das Wochenende für mich gelaufen war. Meine Blutwerte wiesen einige erhöhte Werte auf, die eine Entzündung mit bakterieller Beteiligung anzeigten. Genau das, was wir nicht wollten, denn so etwas setzt sich mal eben ganz schnell und unbemerkt auf den Herzmuskel, was dort echt nur Ärger macht. Vor ein paar Jahren hatte ich schon mal eine Grippe verschleppt, was mir dann ebendiese Probleme machte und dem Stress, über ein halbes Jahr kein vernünftiges Training, Wettkämpfe schon gar nicht und immer wieder Rückschläge durch einen geschwächten Körper, wollte mir dann doch niemand zumuten, weshalb mir mein Doc nahe legte, auf den Start zu verzichten.

Mein Tag war im Ar*** ähm,im Eimer...

Tags darauf fand hier bei uns um die Ecke ein gut besuchter Volkslauf statt, für den ich schon seit Jahren den Start aus Gerüst baue.Auch in diesem Jahr verfolgte ich meine Aufgabe und beschloß, mihc etwas abzureagieren, da mir der Verzicht für den nächsten Tag einfach zu sehr zusetzte.

Nachmittags hab ich mir dann also miene Laufschuhe angezogen und hab den Coesfeldern mal eben ihren Lokalmatador vorgeführt, welcher allerdings nicht zum Sieg kam, da von den Organisatoren ein sehr qualifizierter Äthiopier geladen wurde, der meine zeit von 32:10min mal eben um knappe 1,5min unterbot. Aber egal, ich konnte etwas Frust abbauen, hab viele nette Leute getroffen und konnte mich etwas ablenken. Es war ein schöner Nachmittag.

Es wurde Sonntag.

Normalerweise werde ich jeden morgen um Punkt sechs Uhr von dem elektronischen Hund meiner ältesten Tochter geweckt,was mir gerade an diesem Tag besonders gefallen hätte, da ich trotz meines Startverzichtes einige Kilometer in Essen rennen wollte. Alle hatten sich vorab so große Mühe für mich gegeben und haben sich total auf mich gefreut, so wollte ich zumindest da hin um Danke zu sagen. Doch ich hab verschlafen... Gott sei Dank musste ich den Marathon nicht laufen, denn so hätte es bestimmt in einem Desaster geendet...

In großer Eile haben wir uns dann angezogen,gleichzeitig gefrühstückt und die Zähne geputzt, bis es dann endlich auf die A43 Richtung Ruhgebiet ging. Es war kalt und neblig. Es war mein Wetter... Der Weg gestaltete sich sehr ruhig, da die Kinder noch im Halbschlaf waren, ausserdem fuhren kaum andere Autos, so dass ich wirklich gut durch kam. Sogar über den Ruhrschnellweg(insider wissen, was ich meine).

 

Endlich in Essen angekommen machten wir uns zügig auf den Weg zum Infostand, wo  meine Startunterlagen hinterlegt waren. Dort angekommen blickte ich sofort in traurige Gesichter. Es hatte sich also von Cheforganisator Gerd Zachäus an die Beteiligten rumgesprochen. Den ganzen Morgen hörte ich immer wieder, wie Leid es den Menschen dort täte und dass sie mir alle gute Besserung wünschen. Ich war vollkommen gefrustet. Es hätte mein Lauf werden können, denn seitdem ich Marathon renne, laufe ich dem Sieg in Essen hinterher. Erst war es Dennis Pyka, dann kam sogar der Schotte Neil Reynold... In diesem Jahr war noch Stefan Koch geladen, der aber schon Wochen vorher wegen einer Verletzung absagen musste... Es hätte mich niemand halten können und ich muss diese blöden Bakterien haben... Verdammt...

Trotz alledem stellte ich mich mit den anderen an den Start und hoffte, dass ich so lange wie möglich durchhalten würde.

Nachdem der Startschuß gefallen war, merkte ich schon, wie schwer Beine sein können, die an einem kranken Körper hängen. Es war wirklich eine Qual, zumal wir uns erst über eine Anhöhe arbeiten mussten,welche über und über mit Laub belegt war, und anschliessend kamen dann Straßenverhältnisse, wie man sie nur aus dem Ruhrpott kennt. Schlagloch, Kopfsteinpflaster, geflickt, Schlagloch... Es war wie bei der Tretminensuche...

Nach etwa drei Kilometern wurde mir das ganze dann zuviel und ich ließ mich langsam zurückfallen. Irgendwann hatten dann meine eine überhaupt keine Lust mehr und ich ging langsam zu meinem Auto zurück.Ich war immer noch gefrustet.Während die anderen Damen und Herren sich die Seele aus dem Leib rannten, machte ich es mir erst unter der Dusche im Regattahaus bequem und anschließend ging ich mit meiner Familie ins Helferzelt der Organisation, wo wir ein festliches Mittagessen und Nachtisch en masse für die Kinder bekamen.

So gesehen war es wirklich angenehm dort, doch störte mich die Tatsache, dass ich eine ganze Saison für diesen Wettkampf gearbeitet hatte und ihn nun nicht vollbringen konnte.

Kurz bevor die ersten ins Ziel kamen, gingen wir zur Strecke und verfolgten Matthias Graute und co., wie sie über den Asphalt am See flogen. Ich freute mich für Matthias, da er ein Essener Läufer ist und somit der Titel im Dorf blieb. Auch für alle anderen freute mich, dass sie den Wettkampf ohne Komplikationen hinter sich bringen konnten.Meine Laune besserte sich etwas.

 

Irgendwann gegen mittag fuhren wir dann wieder nach hause, wo wir erst mal gemütlich einen Mittagsschlaf hielten ;-)

Heute allerdings erhielt ich eine Nachricht, mit der ich nicht wirklich gerechnet habe und ich mich beglückwünsche, den Marathon sausen gelassen zu haben. Bei meiner Infektion handelt es sich laut meines Arztes um eine angehende Lungenentzündung...Wäre ich damit den Marathon durchgelaufen, hätte man mich im Anschluss bestimmt aus dem Zielbereich kratzen können..

Es sollte sich also bei dem Verzicht um Glück im Unglück handeln.

Ende der Woche wird sich erstmal ein paar Tage auf Mallorca erholt und danach kann ich dann hoffentlich wieder voll ins Training einsteigen, denn die Bestzeitplanung hat sich nun um ein paar Wochen auf den Frankfurt Marathon verschoben... Hoffentlich wird es dort besser ...

Also liebe Freunde des Laufens, auch wenn es schwer fällt: Lasst jede Erkältung vom Arzt kontrollieren und verzichtet lieber einmal mehr auf einen Start, denn es könnte schlimm enden. Denkt einfach an das Unglück mit Rene Herms oder vielen anderen Sportlern, die beim Training einfach bewußtlos werden und nie wieder ihre Augen öffnen... Das ist der Sport nicht Wert...

 

Hoch im Norden....

Samstag, 20.8.2011

 

Morgens halb zehn in Deutschland... Wenn es bei mir doch auch so ruhig gewesen wäre, wie in der Werbung... Ich habe zu der Zeit nämlich meine drei Kinder, meine Frau und die Hälfte meines Hausstandes in mein Auto geladen und bin dann in das hoch im Norden gelegene Städtchen Schortens gefahren.

Die Familie freute sich auf ein schönes Familientreffen, da ja mein Schwiegervater nur einige hundert Meter von der Veranstaltung entfernt wohnt und ich hatte wieder einmal das große Problem mit der Blase. Sie war einfach schon nach zehn Minuten wieder voll...Ausserdem wusste ich nicht, wie ich meine Leistung einschätzen sollte. Was hatte ich wohl drauf? Konnte ich vielleicht einen Kenianeer abhängen? Reicht es für eine gute internationale Platzierung oder schieß ich mich komplett aus der Wertung? Ich sollte es erst später erfahren...

Dennoch machte ich mir den ganzen Tag Gedanken darüber, denn nach Hamburg kam nicht viel, um die Leistung zu testen und das Trainingslager hatte mir ja wirklich übel mitgespielt. Ich wollte einfach wissen, ob das viel Training anschlägt...

Wir kamen um 14 Uhr in Schortens an und ich machte mich direkt auf den Weg zum Gemeindehaus, um meine Startunterlagen abzuholen. Auf dem Weg dort hin traf ich wieder unzählige Freunde, Bekannte und Unbekannte, so dass mein Hin-und Rückweg, der normal nur fünf Minuten dauern würde, etwa 30 Minuten dauerte ;-) Aber ich unterhalte mich einfach zu gern mit anderen Läufern...

Nachdem alle anderen der Familie irgendwann zu Abend gegessen haben, machte ich mich hungrig auf den Weg, mich warm zu laufen. Ich hätte so gerne auch Pommen mit Currywurst gegessen, doch der Läufermagen verträgt solch nahrhafte Kost direkt vor Wettkämpfen einfach nicht...

Endlich wurde es zeit. Es war 19.20 Uhr als begonnen wurde, die Läufer vorzustellen. Es waren wieder einmal eine Hand voll Kenianer dabei, weshalb ich mir keine Chancen für den Sieg ausmalte. Doch die nächsten kamen aus Tschechien, Polen und Deutschland, was mihc rechnen ließ, wo ich letztlich stehen könnte.

Die Spannung stieg. Die Läufer platzierten sich an der Startlinie und erwarteten den Startschuß. PENG!!! Wir liefen los und ich versuchte mich einzureihen, was bei den wahnsinnsbedingungen in diesem Jahr erst mal nicht so einfach war.

Es waren 26°C, ein leichter Wind wehte durch die Straßen und die Luftfeuchtigkeit machte keinem zu schaffen.

Wir ließen die Kenianer ziehen, die sich als Dreiergruppe direkt vor uns platzierten und nach kurzer Zeit auch bsetzten. Unser Trupp bestand aus ziemlich vielen Leuten, worunter sich auch Der Pole, der Tscheche und einige weitere Deutsche befanden. Wir zogen uns gegenseitig, wobei nach und nach das Feld zerfiel. Die erste Runde schafften wir nach etwa 9,5 Minuten und wurden von einem gewaltigen Applaus begrüßt. Entlang der ganzen Strecke wurde man angefeuert, es wurde gejubelt und geklatscht. Man mag es kaum glauben, aber jeder zweite Vorgarten wurd in ein Festzelt verwandelt. Überall standen Partyzelte, es wurde gegrillt und die gesamte Nachbarschaft und Familie saß beisammen auf Biertischen und Bänken um uns Läufer anzufeuern. Es war einfach saugeil!

Selbst die Leute, die mich beim Einlaufen darauf ansprachen, ich würde keine Startnummer tragen, haben mich persönlich angefeuert, da sie von mir meine Startnummer erfuhren und darauf achteten. Noch lauter wurde das Gebrüll, als sie merkten, dass ich unter den ersten zehn Athleten bin ;-)

Gerade bei solchen Veranstaltungen merkt man als Sportler immer wieder, wie unerlässlich ein gutes Publikum ist. Also liebe Veranstalter, legt eure Strecken schön durch die Innenstädte und durch Wohngebiete, damit viele viel Zuschauer an dem Spektakel teilnehmen können und somit die Athleten zu Höchstleistungen jubeln können.

Die zweite Runde wurde etwas langsamer, was allerdings daran lag, dass wir die erste geheizt sind, wie ein paar Wahnsinnige ;-) Danach hatten wir dann unser Tempo gefunden und liefen schnellen Fußes Richtung Ziel. Mittlerweile bestand unser Grüppchen nur noch aus drei Leuten: der Tscheche, ein Deutscher und ich.

Wie würde es wohl ausgehen? Wir schenkten uns gegenseitig mal wieder rein gar nichts und es wurde wieder schneller- Der Tscheche rannte plötzlich, wie von der Tarantel gestochen, los und ihc versuchte, dran zu bleiben. Erst entfernte er sich zusehens, doch ich kam wieder näher. Meine Schritte wurden länger und länger. Immer kräftiger stampfte ich auf den Asphalt, doch leider war die Strecke zu kurz. Der Tscheche kam mit wenigen Sekunden Vorsprung vor mir als vierter ins Ziel.

Trotzdem fühlte ich mich toll. Meine Leistung war gut und der Körper war nicht vollkommen leer. Es war toll.

Im Ziel bekam ich direkt ein Mikrofon vom örtlichne Radiosender unter die Nase gehalten, denn ich war ja erster Deutscher und verdammt stolz darauf ;-)

Später am Abend gab es dann noch eine schöne Siegerehrung auf dem Festplatz, wo eine große Bühne, einige Bierwagen und Freßbuden aufgestellt waren. 

Gegen halb zwei in der Nacht schleppten wir unsere Kinder vom Auto in ihre Betten, wo sie bis morgens um halb sieben schliefen und mich dann wieder aus den Federn warfen ;-)

Die Familie ist stolz auf mich, ich bin zufrieden und der Marathon in Essen kann endlich kommen. 

mal was neues von mir

8.8.2011

 

Lange habt ihr nichts mehr von mir gelesen, doch das soll sich hiermit endlich ändern.

Ich schreibe wieder.

Nachdem hier bei mir alles drunter und drüber lief, mein Trainig mich fast überrollte und die Familie mir Schicksalsschläge um die Ohren pfefferte, bin ich endlich wieder zu lesen. Und es gibt Neuigkeiten,aber dazu später mehr.

Aber jetzt erst mal ein paar Einzelheiten zu meinen vergangenen drei Monaten.

Nach Hamburg sollte erst mal ein wenig Regeneration stattfinden,was ich meinem Körper auch gewährte. Zwar konnte ich wider Erwarten die Treppen vorwärts anstatt rückwärts hochlaufen, dennoch tat es wirklich verdammt gut, morgens mal eben eine Stunde länger schlafen zu können, weil die erste Trainingseinheit wegfiel. Der Sonnenaufgang hat mir richtig gefehlt...

Langsam aber sicher erholte ich mich sowohl vom Marathon, wie auch von den Strapazen im Trainingslager und das Training zu hause lief immer besser. Es ereilten mich ein paar Schicksalsschläge, die mich ein paar Tage vom Training abhielten, dennoch kam ich schnell wieder in Form und Fahrt. Und jetzt weiß ich auch, dass Laufen als therapeutische Maßnahme dienen kann. Es ist ja sooooo befreiend.....

 

Mein Streckenpensum erhöht sich derzeit wöchentlich und steht zur Zeit bei etwa 160 - 170 km die Woche. Auch die morgendlichen Auftakteinheiten um fünf sind wieder da, die einen locker fröhlich in den Tag starten lassen (merkt ihr die Ironie?)

Als wenn das nicht alles wäre, steppt auf dem Gebiet des Gerüstbaues gerade der Bär. Als wenn die Leute nichts anderes zu tun hätten werden Fassaden renoviert, Solaranlagen auf Dächer installiert und sämtliche Arbeiten an Häusern uasgeführt, wozu ein Gerüst eben notwendig ist. Und wer darf alles bauen? RICHTIG, ich... Manchmal frage ich mich wirklich, warum ich Marathon laufe, ich sollte umsatteln auf Treppenmarathon.Das Trainig läuft während der Arbeit ab, was dann gleich zwei Vorteile bringt: zum einen wird es als Arbeitszeit angerechnet, da ich eh Treppen laufen muss wie ein Wahnsinniger, also wird es auch bezahlt. Und zum anderen muss ich nicht noch nach der Arbeit Zeit investieren, so dass ich mehr Zeit für Familie und Freunde habe... Doch vorerst bleibe ich beim Straßenlauf. Den was macht mehr spass, als bei Sonnenauf-oder Untergang fröhlich durch die Lande zu flitzen und selbst den Mofafahrern das fürchten zu lehren?! Die können ja blöd schauen, wenn ich die überhole ;-)

Aber wie gesagt, das Training läuft derzeit richtig gut, obwohl ich meine Arbeit auch gut auf drei Leute verteilen könnte. Und am 20.8. geht es dann in die Wahlheimat meines Schwiegervaters, Schortens.

Der Jever Fun Lauf ist ein verdammt gut besetzter Straßenlauf nahe Wilhelmshaven, an dem ich bereits ein paar mal teilgenommen habe und sogar mal bester Europäer wurde. An der Strecke, die durch das Wohngebiet des Ortes Schortens führt, herrscht eine Stimmung wie zu Fußball-WM-Zeiten beim Public Viewing. Die Anwohner veranstalten Grillpartys in den Vorgärten, Angehörige der Teilnehmer werden zum Bier eingeladen, bis der Läufer auch die letzte Runde geschafft hat und Rasensprenger kühlen in der schwülheißen Luft all jene ab, die es brauchen. Nach der Veranstaltung gibt es auf dem Marktplatz noch eine riesige Party mit Bierzelt und Showbühne, wo Revivalbands ihr Bestes geben. Es ist der Wahnsinn. Und mein besondeeres Glück ist ja, dass ich Verwandte dort wohnen habe, die mich ebenfalls tatkräftig unterstützen. Nun stellt euch mal vor, ihr habt eure über siebzigjährige Oma mit dabei, der Opa sitzt dabei im Rollstuhl, doch beide lassen sich so von der Stimmung tragen, dass beide am Straßenrand stehen und euch aus vollem Halse anfeuern... Meine Schwiegeroma war nachher heiser und Opa hatte Muskelkater, weil er sonst nicht so viel stehen kann!!!

Doch nun endlich zu den Neuigkeiten. Was haltet ihr von Sportlern, die immer und überall eine Autogrammkarte bereithalten? Ich gehöre jetzt zu einem ausgesuchten Sportleraufkommen, welches über genau diese Autogrammkarten verfügt. Druckfrisch und in den schönsten Farben prangt nun mein Bild mit meinen Erfolgen darunter auf einer Postkartengroßen Kartonkarte. Es ist der Wahnsinn. Gibt es etwas schöneres, als jemandem so eine Karte unter die Nase zu halten und dann zu hören: Ey man, das bist ja du!!!

Ich kann das jetzt machen ;-)

Und vielleicht nehme ich auch ein paar mit nach Schortens, nur um zu sagen:Hier, meine Karte.....

Hilft Silber gegen Blasenprobleme?

22.05.2011
Freitag, 15.00 Uhr, Coesfeld.
Der Start zum Hamburg Marathon lag direkt vor mir. Meine Frau, meine jüngste Tochter und ich machten uns auf den Weg nach Hamburg. Die Aufregung stieg, was sich anhand meiner sich ständig meldenden Blase bemerkbar machte.
Irgendwann war diese dann vollkommen entleert und wir konnten uns weiter auf den knapp 300km langen Weg in den Norden machen.
Wer jetzt denkt, die Autofahrt wäre wohl das einfachste an so einem Marathonwochenende, der irrt gewaltig. Ich bin nämlich mit knurrendem Magen losgefahren und wollte unterwegs bei dem großen, gelben M halten, was sich allerdings schwieriger gestaltete, als ich dachte. Wir hielten Ausschau und achteten auf jedes Schild, was auf eine Freßhöhle hindeutete, doch irgendwie kamen wir nie beim M an... Irgendwann hielt ich auf einem Rastplatz, da meine Blase die Ausmaße eines Fesselballons anzunehmen drohte.
Nach etwa 170km Fahrt wurden wir jäh gestoppt. Baustelle. Jeder, der die Strecke nach Hamburg über die A1 kennt, hätte mir von dieserr Route abgeraten, doch nun war es zu spät. Auf einer Strecke von 40km durchfuhren wir ganze sieben Baustellen. Ich dachte nicht nur einmal darüber nach, den Marathon vorzuverlegen. Ich hätte sogar eine Fahrzeugbegleitung gehabt.
Irgendwann war es vollbracht und wir kamen im Stadtverkehr an. Na, schon mal Großstadt gefahren? Ich schon, aber das war mich echt zu heftig. Links, rechts, links, geradeaus... Und das dauerhaft über drei Spuren, die man ständig wechseln musste. Nach etlicher Kurverei kamen wir endlich am Hotel an, wo wir bereits von einer netten Dame des Organisationsteams begrüßt wurden. Diese hatte sich eigens für die dort untergebrachten Sportler einen Infostand aufgebaut und wartete auf alles, was nach Sport aussah.
Wir sahen uns den Aushang an, der Infos für die Athleten bot und fragten dann, wo denn dann das Abendessen für die Sportler stattfände. Ihre Antwort war erheiternd, denn sie meinte zu uns, dass dieses Sportleressen ja wohl nicht für uns, sondern für die Elitesportler sei, welche ebenfalls an diesem Aushang aufgeführt waren. Ein netter Herr hinter uns bekam das mit und griff ein" na hör mal, das ist doch der Manuel Meyer, natürlich darf der zu unserem Abendessen."
Sichtlich beschämt bekamen wir weitere Infos und gingen später beim Sportlerbuffet essen.

Auch für unsere Jüngste war die Reise bereits jetzt ein Abenteuer, denn das Hoteleigene Kinderbett glich einer Schiffschaukel. Die gesamte Liegefläche hing frei beweglich vom Gestell runter, was das Kind schließlich bis etwa 23 Uhr animierte, Kirmes zu spielen. Danach durfte sie sich dann zu uns ins Bett legen, was sie uns mit unbewussten Tritten und Schlägen im Schlaf dankte...

Samstag, 8.00 Uhr, Hamburg.
Das Frühstück war toll. Wer schon mal im Hotel war, weiß, was er da geboten bekommt. Es gab Eier in allen erdenklichen Zubereitungsformen, Würstchen, Speck, Brötchen und Brot, Wurst in bestimmt 100 verschiedenen Ausführungen, Aufstrich von dem ich noch nie gehört habe und sogar Kuchen. Es war wie im Paradies. Kuchen zum Frühstück... Ich beschränkte mich dann allerdings doch auf etwas Rührei mit Speck, zwei Vollkornbrötchen mit Marmelade und Salami und dazu einen leckeren Kakao. Als Nachtisch bekamen wir aus der Küche noch einen Bananen-Mango-Kiwi-smoothie, der mich wieder an die tollen Smoothies aus den USA erinnerte.
Gegen 11.30 Uhr wurden alle Sportler zur Runners Village gebracht, die hinter dem Zielbereich des Marathons lag und eigens für die Veranstaltung errichten wurde. Es glich einem Kirmesplatz. Dort wurden alle Sportler noch mal gesondert vorgestellt und bekamen dann ihre Startnummer. Der hin-und-Rückweg dauerte länger, als diese Zeremonie... Um halb drei nachmittags kam ich wieder im Hotel an... Langsam machte ich mich dann auf den Weg, um  meine letzten zehn Kilometer vor dem Marathon abzuspulen. Es lief sich echt gut am Alsterufer.
Nachmittags war dann noch die technische Besprechung für Trainer und Betreuer, wobei ich echt froh war, meine Frau mitgenommen zu haben, denn diese ist der englischen Sprache in Wort und Schrift mächtig, in welcher diese Besprechung abgehalten wurde.
An diesem Abend war meine Tochter dann zum Glück so müde, dass es ihr einfach nicht mehr möglich war, wieder Kirmes im Bett zu spielen. Sie schlief sofort ein. Dennoch war auch für mich und meine Frau der abend früh zu ende, da wir leise sein mussten und das licht ebenfalls aus war. Und das um acht Uhr abends. Naja, ich musste mich aj ech gut ausruhen, denn am nächsten Tag musste ich schon um fünf Uhr aufstehen... Morgen... Wettkampf.... Blase.... Ich ging im Halbstundentakt pinkeln. Kann es möglich sein, dass meine Blase physiologisch unterentwickelt ist und sich das nur vor Wettkämpfen bemerkbar macht?

Sonntag, 5.00 Uhr, Hamburg.

Das Wetter war toll. Es war bereits jetzt warm, die Sonne ging langsam auf und es wehte ganz leichter Südostwind, der einem bei jeder Laufveranstaltung im Sommer genehm war, da er kühlte und nicht aufhielt.
Auftakt. Sechs Kilometer ums Alsterufer. Irgendwie hatten alle anderen sportlichen Bewohner des Hotels die gleiche Idee und wir verbrachten alle mehr zeit mit Grüßen als mit laufen.
Meine Beine waren locker und ich fühlte mich gut. Der Wettkampf konnte kommen.
Im Hotel gab es wieder das beste Frühstück der Welt, wovon ich mir noch ein paar Brötchen einpackte. Diese Energie konnte ich ja nicht einfach liegen lassen...
Um 7.15 Uhr trafen sich alle vor dem Hotel, von wo der hoteleigene Shuttlebus um 7.30 Uhr Richtung Start losfuhr.
Dort angekommen hatten wir einen eigenen abgeschirmten Bereich zum aufwärmen. Die zwei Dixiklos waren ständig besetzt und ich war kurz davor, mir die Blase chirurgisch entfernen zu lassen. Beim nächsten Wettkampf werde ich mir wohl einen Blasenkatheter legen lassen...
Um 8.50 Uhr ging das vordere Tor auf und wir wurden zum Star geführt. Direkt daneben stand auch Jan Fitschen, der für den NDR diese Veranstaltung kommentierte und der mir noch viel Glück wünschte.
Ich musste schon wieder. Und das drei Minuten vorm Start. Ob ich noch mal gehen kann?
Von irgendwo ertönte die Nationalhymne. Ein schmalziger Opernsänger oder so was trällerte ohne erkennbare Melodie die Nationalhymne. Konnte ich es durch Selbsthypnose schaffen, dass meine Blase in meine Ohren wandert?
Endlich hört er auf zu schmalzen und die Startglocke ertönte. Schnell weg, bevor er wieder anfängt, zu singen....
Das afrikanische Feld versammelte sich direkt vor uns und verschwand auch schon bald, was jedoch niemanden von uns störte. Auch mein bester Freund Stefan(;-)) verließ und bald und rannte sich um Kopf und Kragen. Mit Dennis Pyka, der im Vorjahr den Meistertitel erlangt hatte, lief ich Kilometer um Kilometer. An einem Getränkestand war seine Getränkeflasche anscheinend nicht angekommen, weshalb ich ihm etwas von mir abgab. Allerdings kam er aus dem Tritt und fand auch nicht wieder hinein, was durch auftretenden Schwindel noch schlimmer wurde. Er stieg irgendwann aus und fand einen netten Passanten, der ihm sein Fahrrad für den Rückweg zum Ziel lieh.
Ich rannte nun mit einem Polen zusammen, der mir ständig in die Hacken trat. Man ist das nervig. Irgendwann schrie ich ihm an, er solle das lassen. Ich wusste, dass er mich nicht verstand, dennoch ließ er nun die Hackentreterei und bald war er weit hinter mir verschwunden.
Es kam Kilometer dreißig. Meine letzten Trainingseinheiten liefen alles andere als gut, meine Form kehrte nur langsam zurück und die langen Läufe konnte ich aufgrund meiner Zehverletzung uas dem Trainingslager nicht immer beenden. Und das sollte sich nun an mir rächen. Meine Waden zwickten. Nach dreißig Kilometern bestimmt nichts, was einen stören sollte, doch das Zwicken steigerte sich zu regelrechten Krämpfen. Warum habe ich nur so wenige Dreißiger im Training gemacht? So ein Mist, es tat weh.
An einer Wasserstelle fragte ich nach Wasser, welches mir auch gereicht wurde. Dachte ich. Es handelte sich nämlich, wie schon mal in der Vergangenheit vorgekommen, um einen Isodrink, dessen Hauptbestandteile anscheinend Zucker und Kleber waren. Ich sah mich öfters um, weil ich dachte, mich verfolgt ein Schwarm Bienen, die ihren Stock auf mir errichten wollen.
Bei Kilometer 38 lief ich nur noch einen vier- Minuten-Schnitt. War ich hier im Training oder lief ich bei den deutschen Meisterschaften??? Ich wollte schneller, doch sobald ich beschleunigte, verweigerten meine Waden wieder ihren Dienst. Es war ein Trauerspiel.
Endlich, nach endlosen Kilometern und anhaltenden Wadenkrämpfen kam ich auf die Zielgerade. Meine Beine bewegten sich wie automatisch und ich kam immer weiter. Vom Ziel hörte ich den Streckenkommentator rufen" und hier ist er, der deutsche Vizemeister.... vom TV Wattenscheid- Manuel Meyer..." Ein Jubel durchfuhr die Menge an der Zielgeraden.
Eigentlcih eine wundervolle Stimmung-davon können sich manche Veranstaltungen echt eine Scheibe abschneiden- dennoch war ich vollkommen unzufrieden. Es lag nicht daran, dass mein bester Freund gewonnen hatte, denn das war mir total egal. Es war einfach nur fast peinlich, mit so einer miserablen Zeit von 2:23.50h zweitbester Deutscher zu werden. Was ist nur mit der Marathonelite passiert? Das war mir für diesen Moment egal, denn ich war im Ziel und konnte mir endlich den Kleber mit Zucker vom Körper waschen. Meine Arme konnte ich kaum vom Körper lösen, da der Kleber anscheinend trocknete. Langsam schlurfend bekam ich meine Medaille un marschierte weiter zur Wasserstelle hinterm Zieleinlauf, wo sich schlaue Leute daran machten, die Läufer mit Wasserschläuchen zu beglücken. Ich fühlt mich nachher wie ein neuer Mensch, bis auf die Kälte. Versteht mich nicht falsch, es war wunderbar warm- etwa 23°C bei wolkenlosem Himmel, zwar etwas stickige Luft, aber trotzdem schön. Allerdings handelte es sich anscheinend um Quellwasser, womit ich mich gesäubert hatte. Ich dachte, ich steige in einen Schmelzbach.
Nachdem ich mich etwas erholt hatte, konnte ich mich noch ein wenig mit Jan Fitsche nunterhalten, der alles am Bildschirm verfolgen konnte und es immer noch nicht glauben kann, dass ein schwer arbeitender, dreifacher Familienvater immer noch schneller läuft, als er ;-)
Das kommt noch Jan, garantiert;-)
Gegen zwölf wurden wir vom Veranstalter im Zielbereich geehrt und ich wäre gern jetzt schon gefahren, allerdings hatter der DLV andere Pläne mit uns und ich musste bis halb drei warten, bis die gesonderte Siegerehrung für die deutschen Meister abgehandelt wurde.
Nachdem ich mich eine halbe Stunde durchgefragt habe, fand ich endlich das DLV-Zelt. Hinter der Absperrung des runners village neben dem Stadion des FC St.Pauli. Mensch Leute, macht doch mal nen Lageplan fertig...
Im Anschluss sollte uns ein Shuttledienst zum Hotel zurückfahren, der jedoch vollkommen überlastet war und dessen einziger verfügbarer Fahrer derzeit Wachhund für den deutschen Meister spielte, der auf seine Dopingkontrolle warten musste. Nachher erfuhren wir, dass der deutsche Meister bei der Kontrolle nicht erkannt wurde, weshalb er die Örtlichkeit bitte verlassen sollte, was ihm natürlich wieder gar nicht gefiel;-)
Auch im Hotel hat er wohl wieder bewiesen, wie gut seine Kinderstube gewesen ist,da er dort nämlich seinen Betreuer lautstark davon überzeugen wollte, dass man als Packesel nichts fallen lassen darf. Schade, dass solche Begebenheiten als Aushängeschild für die Leichtathletik geltend gemacht werden...
Wie auch immer kamen wir dann gegen 16 Uhr endlich im Hotel an und konnten anschließend wieder durch Baustellen und ziwschen vollkommen verrückten Führerscheininhabern nach hause schleichen. Abends bekamen wir noch eigens für uns gegrilltes Grillgut, welches uns nach etwa 14 Stunden Magerkur wirklich gut schmeckte.
Und trotzdem hab ich noch Hunger. Vielleicht finde ich ja noch was im Kühlschrank....
In den nächsten  Wochen warten nun ganz langsame Läufe auf mich, die mit vieeeel Erholung in meinem neuen Garten kombiniert werden...Und bald wird auch mein neuer Grillkamin eingeweiht, worauf ich mich jetzt gerade besonders freue. Ausserdem hat sich meine Blase anscheinend geweitet, weil ich sie gar nicht mehr so oft spüre...

Ostern: Eier und andere unrunde Sachen!!!

23.4.11

 

Das war ja mal wieder was.. Die letzten zwei Wochen, die ich nun endlich wieder zuhause bin, verliefen alles andere als gut. Hoffentlich ist das kein Omen für die laufende Saison...

Die Woche direkt nach Flagstaff musste ich etwas ruhiger gestalten, damit sich mein Körper nicht mit der Luft-und Zeitumstellung übernimmt. Mit langsamen Einheiten hab ich eigentlich keine Probleme, doch wenn man normalerweise seine gewohnten Einheiten in höchstens 56 Minuten abzieht und nun mit ach und Krach gerade mal 68 Minuten benötigt und sich danach fühlt, als hätte man sowohl einen Marathon gelaufen, als auch den Ärmelkanal durchschwommen und zusätzlich die Tour de France gewonnen, dann ist das echt nicht mehr lustig...

Glücklicherweise durfte ich dann auf die deutschen Halbmarathonmeisterschaften in Griesheim verzichten, denn da wäre ich womöglich nicht ins Ziel gekommen..

Die nächste Woche fing dann ziemlich genauso an, wie die letzte geendet hat:anstrengend! Doch der Clou sollte mich am Dienstag ereilen.

Eigentlich durfte ich da laut Trainingsplan einen gesteigerten Lauf machen, worauf ich mich echt gefreut habe. Zuhause wurde erst mal organisiert, dass ich nicht allein los muss und kurzerhand ist mein Kumpel Uli mit dem Rad mitgefahren. Leider scheint der Gute aus Zucker zu bestehen, denn sobald es regnet, hat er einen prall gefüllten Terminkalender, der ihn daran hindert, mich zu begleiten ;-)

Auf meiner 12km-Strecke laufe ich durch die örtlichen Bauernschaften. Die Straßen sind asphaltiert und die Umgebung ist schön. Mittendrin befindet sich ein kleines Waldstück, was Kennern als Naturlehrpfad Letter Heide bekannt ist. Manch anderer kennt die Strecke von den Kreiswaldlaufmeisterschaften.. Aber egal- ich laufe also auf dieses Wäldchen zu und will links einbiegen,als mir ein Mofafahrer entgegen kommt, der sich leider zu sehr mit seiner linken Seite beschäftigt hat und etwas zu spät bemerkte, dass dort ein Läufer unterwegs war.

Ich wollte eigentlich nur auf den NLP(Naturlehrpfad), doch der Mofafahrer und ich kollidierten.

Zum Glück hat niemand geblutet, denn das hätte Uli bestimmt nicht verkraftet ;-), dennoch darf ich mich nun mit einer Prellung des rechten Oberschenkels rumplagen... Mein Haus-und-Hof-Physio hat mir glücklicherweise mal wieder schnell aus der Patsche geholfen und hat massiert und getapet, was seine Praxis so hergegeben hat. Die Woche verlief also weiterhin mehr schlecht als recht und es kam der Samstag. Der Paderborner Osterlauf stand bevor und ich wollte mal antesten, was ich so auf dem Kasten habe. OK, das war nur ein Scherz, ich sollte mir die Faulheit aus den Knochen rennen...

Morgens gab es ein tolles Frühstück und die Kinder freuten sich auf eine lange Autofahrt, bei der sie endlich ihren neuen portablen DVD-Player mit 29 integrierten Spielen auf Herz und Nieren testen konnten. Nach 1,5 Stunden Fahrt kamen wir zu einem großen Parkplatz, der zu der Firma Siemens/ Wincor Nixdorf gehörte und von wo ein extra für die Veranstaltung organiserter Shuttlebus wartete.

Mit Sack und Pack machten wir uns auf eine etwa fünf minütige Fahrt zum Veranstaltungsort, der vor Menschenmassen zu bersten drohte. Man war das voll dort. Ja gut, in der Sporthalle fand eine Sportmesse statt und zusätzlich zum Lauf war auf der Straße noch eine Kirmes. Das Wetter tat mit 25°C und Sonnenschein natürlcih sein übriges und so machte sich jeder, der keine Sonnenphobie hatte, auf den Weg zum Maspernplatz.

Ich war eigentlich pünktlich, damit ich mich ganz in Ruhe aufwärmen konnte, doch musste ich zuerst mal meine Startunterlagen haben. Zwar war ich bereits angemeldet, doch die Startnummer zu erlangen sollte sich ebenfalls als Hürdenlauf erweisen.

Die Startnummernausgabe reagierte nur auf Startnummernansage und nicht auf gemeldete Personen, so dass ich erst mal die Nummer rausfinden musste. Ich stand nicht im System.

Nachdem ich den Namen meiner Kontaktperson für diesen Fall nannte, ging die Rennerei los. Wo war dieser Kontaktmann mit meiner Startnummer? Ein freundlicher Herr vom örtlichen Orgateam rannte mit mir durch die Messe, am Kuchenstand vorbei bis zum Organisationbüro, um meine Kontaktperson ausfindig zu machen. Keiner da!

Wieder ging es zurück und hin und her und die Rufnummernkarten des kompletten Helferteams brachte keine Lösung.Es wurden verschiedene Leute angerufen und befragt, doch die Kontaktperson blieb verschollen. Irgendwann gelangten wir dann an den Infostand, wo wir eine weitere Telefonliste fanden, die doch tatsächlich die Nummer meiner Kontaktperson bereit hielt. Es war kaum zu fassen. Wir leifen zusammen zum Zielbereich, wo ich endlich miene Unterlagen bekam.Natürlich war mal wieder niemand Schuld, dass ich meine Unterlagen nicht sofort erhalten habe, dennoch fehlten mir für mein warm up locker 20 Minuten. Na toll...

Die Sonne brannte, es roch nach Zuckerwatte und ich wollte einfach nur wieder nach hause. Aber nun war ich schon mal da, da konnte ich ja nicht einfach wieder gehen. Ein paar bekannte Gesichter habe ich auch gesehen und mir leider unbekannte Gesichter sprechen meine Frau mit Namen an und fragen nach einer Hand voll Wasser;-) So was passiert nur unter Läufern ;-)

Kurz vorm Start versammelte sich halb Kenia und Äthiopien am Start und ich sah meine Chancen den Abfluss hinunterrauschen. 17 schwarze Männer und bestimmt noch mal so viel Frauen bauten sich am Start auf und ich fühlte mich wie bei den afrikanischen Landesmeisterschaften- Die Temperatur passte ja auch.

Unterwegs musste ich sehr schnell abreißen lassen, denn die Jungs rannten in einem Tempo, als wollten sie zu Ostern wieder zuhause sein... Einsam spulte ich also mein Rennen ab und rannte dabei durch jeden Rasensprenger, der in den Gärten der Anwohner zu finden war. Für meine Vorläufer bestimmt gewohnte Verhältnisse, doch für mich reinste Quälerei. Es war heiß, trocken und einsam. In Runde Zwei bekam ich glücklicherweise von meiner besseren Hälfte eine Flasche Wasser angereicht, die mir etwas Energie gab, doch das Wetter und mein geprellter Oberschenkel reichten sich die Hand und wollten unbedingt verhindern, dass ich eine anständige Zeit laufe. Nachdem bereits vierzehn Kenianer vor mir das Ziel durchliefen, kam ich endlich auch dort an. Irgendwas um die 1:11h hatte ich auf der Uhr stehen, doch das war mir vollkommen egal. Ich hatte mein Rennen beendet und nun wollte ich meine Ruhe... Nachdem die  Presse ein paar Worte von mir bekommen hat,ich war schleießlich schnellster Europäer, machte ich mich auf den Weg zum auslaufen. Ausgehen trifft es besser. Unterwegs unterhielt ich mich noch mit meinem Vereinskollegen Bastian Krantz, der etwas später nach mir eingelaufen ist. Zusammen wollten wir auf die Siegerehrung für die deutschen Läufer warten, doch auf Bastians Nachfrage, ob es denn so was dort überhaupt gebe, hat man ihm eine echt miese Antwort gegeben, weshalb wir beide fast fluchtartig die Veranstaltung verlassen haben: Es gäbe wohl eine Siegerehrung für die deutschen, doch wer mit über 70 Minuten einläuft, sollte sich mal keine Hoffnungen auf eine Siegprämie machen... Ja was ist denn da los? Dass die Siegprämien zwischen den Kenianern hin-und her gereicht werden ist mittlerweile kein Geheimnis mehr, auch nicht, dass diese extra eingekauft werden, damit Wettkämpfe mit schnellen Zeiten glänzen können, doch dass man als Einheimischer, der sich echt den Allerwertesten aufreißt, um an diesem Wettkampf teilzunehmen, so abgewischt wird, ist echt hart.

Na ja, wir machten uns schnellstens auf den nach hause Weg und kamen irgendwann gegen acht Uhr abends auch endlich dort an. Der Tank war halb leer, der Nachmittag verschenkt und ich fiel vollkommen erschöpft ins Bett.

Hoffentlich werden die nächsten Wochen etwas besser, denn der Hamburg Marathon steht bevor und die deutschen Meisterschaften will ich halbwegs anständig laufen-vielleicht sogar mit neuer Bestzeit???

 

Euch allen frohe Ostern!!!

DER BAUM MUSS FALLEN !!!

4.4.11

 

Ich hab es euch versprochen. Das Video ist fertig und der link vorhanden.

Wer also mal endlich hinter die Kulissen im Spitzensport schauen möchte, sich Einblicke verschaffen möchte, wie ambitioniert und vor allem konzentriert sich die Elite der Leichtathletik sich dem Laufen verschrieben hat, ist herzlich eingeladen, sich dieses wunderbare Video anzusehen. Ihr werdet sehen, dass es echt verdammt harte Arbeit ist, so schnell zu sein:

 

http://www.youtube.com/watch?v=YSmim1IkMB4

es schneit, es schneit, kommt alle aus dem Haus....

27.3.2011

 

Am 21.3. war Frühlingsanfang, die Krokusse sprießen in fast jedem Vorgarten und allerhand Narzissen und Tulpen treiben ihre Blätter und Blüten aus. Der Kenner behauptet nun, es wäre wirklich Frühling, doch hier bei uns hält der Winter weiter Einzug.

Zwar gleichen sich die Temperaturen von Flagstaff und Deutschland erschreckend genau, doch leider meint es der liebe Petrus nicht ganz so gut mit uns, denn in der letzten Woche hatten wir mehrere Tage Schnee ohne Ende. Wäre ich zuhause gewesen, hätte ich bestimmt das örtliche Fitnessstudio aufgesucht, um meine Einheiten zu erledigen, doch hier ist es da schon etwas schwieriger. Also haben wir uns, mutig wie wir doch alle sind, auf die Strecke begeben und habben alle unsere Einheiten im Schnee abgearbeitet. Eigentlich machte das ganze richtig spaß, denn wo hat man schon mal die Gelegenheit, Kenia und die Alpen gleichzeitig zu erleben?! (Anm.d. Red. :Es gibt hier eine schöne Laufstrecke, die sich, Aufgrund des Belages aus roter Erde, Keniapiste nennt)

Es machte sogar so viel Spaß, dass einige von uns zwischendurch auf die Idee kamen, einen wehrlosen Baum umzuwerfen. Sobald das Video fertig ist, werdet ihr es hier mit passendem link vermerkt finden. Es hat auf jeden Fall riesen Spaß gemacht.

Doch die größte Freude vergeht spätestens dann, wenn man sich ungebete Gäste mit einschleppt. Nein, wir haben kein Ungeziefer, dafür Viren!

Einer meiner Mitbewohner schleppte ganz unbemerkt einen Grippevirus ins Haus und nun liegen drei von vier Leuten krank in ihren Betten. Eigentlich ist auch das  Ausruhen mal ganz nett, doch kann man sich nicht mal die Langeweile mit trainieren vertreiben, das ist nämlich für die nächsten Tage gestrichen...

Da muss dann also erst mal meine vollständige Stargate-DVD-Sammlung herhalten, die ich bis zum Ende der Trainingslagers am 9.4. komplett durchgeschaut haben will.

Hoffentlich bin ich schnell wieder fit und kann wenigstens den Rest der Zeit anständig trainieren, da ja der Start auch schon nicht so glücklich war.

Wir werden sehen.....

Glück gehabt

15.3.11

 

Na da haben wir ja glück gehabt. In zweierlei Hinsicht...

Zum einen stand mein Aufenthalt hier in Flagstaff echt auf der Kippe.

Ihr kennt das sicherlich, ihr plant eine Reise und seid irgendwie vollkommen in Eile und deshalb unvorsichtig. Meist geht es ja gut, doch bei mir nicht. Als ich nämlich am Freitag meine letzten Sachen holen wollte, bin ich, natürlich nur in Socken bekleidet, gegen meinen Koffer gelaufen.

Diejenigen, die aufmerksam diese Seite verfolgen, haben bestimmt grad ein deja vù, doch es ist mir wirklich ein zweites mal passiert. Wie auch immer, der Zeh nahm eine ungewöhnliche Haltung an und schmerzte höllisch.

Sollte ich jetzt wirklich noch fliegen? Na klar, beim letzten mal war es auch nicht so schlimm und die ersten zwei Tage in Flagstaff werd ich eh nicht richtig trainieren können, wer weiss wie der jetlag bei mir reinhaut...

Über den Tag hinweg ist der Zeh extrem angeschwollen, doch wegen der ganzen Aufregung und allem hin und her habe ich nicht wirklich was gemerkt.

Die ersten zwei Trainingseinheiten vor Ort verliefen eigentlich ganz gut, bis auf einen leichten Druckschmerz, der Tono dann zu der Entscheidung brachte, ich solle das Training abbrechen und den Fuß am Sonntag hochlegen. Montags sollte ich dann noch zum Arzt und bei einer schlechten Diagnose hätte ich dann die Koffer wieder einpacken dürfen...

Am Sonntag sind wir dann noch kurz in der Mall gewesen, um mir schicke, bequeme Badelatschen zu kaufen, da ich in meine normalen Schuhe nicht mehr reingepasst habe. Mir schwante böses.

Doch was war Montags? Der Zeh war abgeschwollen und tat nicht mal mehr weh... Das vierzig minütige Training verlief ohne nennenswertes Ereignis und der Arzt wurde ebenfalls nicht aufgesucht. Sehr seltsam. Aber ich bin ja zum trainieren hier und nicht zum rumheulen ;-)

 

Die zweite glückliche Situation ereignete sich nachts. Zunächst war nicht wirklich was glückliches an der Sache, denn ein Stinktier, wovon es hier anscheinend mehr gibt, als Affen im Urwald, hatte sein größeres Geschäft direkt an der Lüftung unseres Hauses erledigt. Als wenn das nicht schlimm genug wäre, wurde das Tier wohl von einem vorbeifahrendem Auto erschreckt, wodurch es motiviert war, seine Stinkdrüsen mal ordentlich zu aktivieren. Das Ergebnis könnt ihr euch bestimmt denken. PUUUHHHH! Im Haus zog eine ganz fiese Duftwolke vor Raum zu Raum und lüften konnte man auch nicht, da es einem dort nicht nur den Atem verschlagen hat, sondern auch das Abendessen vom Vortag wieder an die Oberfläche gerufen hat. Und ich sitz mit nem dicken Zeh im Haus fest, während die anderen Bewohner in den benachbarten Hügeln wandern waren...

Glücklicherweise verzog sich der Geruch bis zum Abend, was unseren zweiten Glücksfall ausmacht.

Also wer meint, mal eben für vier Wochen nach Arizona zu fliegen sei Luxus, der irrt gewaltig, es ist harte körperliche Arbeit, sich tagtäglich vor den Stinktieren zu verstecken und sich im Falle des Angriffs dann dem Geruch zu entziehen.

Jetzt weiß ich auch, warum alle immer so gut trainiert aus Flagstaff nach hause kommen ....

Flagstaff die Erste...

12.3.11

 

Ich bin da!!!

 

Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr ein fremdes Land besuchen möchtet und ihr habt Bedenken, dass sich gewisse sprachliche Barrieren auftun könnten, da eure Fremdsprachenkenntnisse zum Bier bestellen ausreichen aber nach dem Weg könnt ihr dann nicht mehr fragen?

Bei mir war es die letzten zwei Wochen weitaus schlimmer. Beim ausfüllen des ESTA-Formulars wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass nicht die Zusage auf dieses Formular allein darüber entscheidet, ob ich in die USA einreisen darf, sondern zusätzlich ein Zollbeamter am amerikanischen Flughafen sein ok geben muss.

Normalerweise kein Problem, doch was soll ich machen, wenn er mich etwas fragt?

Ich verstehe kein Wort Englisch...

Ich kann den doch nicht einfach ignorieren, dann darf ich ja sofort wieder umdrehen und nach hause fliegen...

 

Es ist Freitag früh, fünf Uhr dreißig. Als Familienvater bin ich daran gewöhnt, von seinen Kindern früh geweckt zu werden, doch das war echt zu früh. Geärgert hat es mich jedoch nicht, denn mein Schlaf war alles andere als erholsam. Ich war aufgeregt wie ein Schulkind vor der ersten Klassenfahrt.

Um mir die zeit zu vertreiben und meine Gedanken in eine andere Richtung zu lenken ging ich erst mal laufen. Im Anschluss kam ich beim Bäcker vorbei und bereitete meinen Lieben ein reichhaltiges Frühstück. Das letzte für die nächsten vier Wochen.

Mit jeder Stunde, die verging, stieg die Aufregung und bereits um acht Uhr hatte ich derart feuchte Hände als wäre ich das Ding aus dem Sumpf.

 

Gegen zehn Uhr morgens kam ich am Flughafen an und traf kurz darauf auf meine persönliche Reisebegleitung Denise Krebs.

Mit vier Leuten bestzten wir dann um halb zwölf den Flieger Richtung London.

Die Wolkendecke, die sich dünn über den Himmel zog, verstecke den Sturm, der sich da oben austobte. Wir flogen in Schräglage bis kurz vor Heathrow und es fühlte sich an wie eine Rundreise über die schönsten Strassen des Ruhrgebiets (man sollte nicht versuchen, die Schlaglöcher zu zählen, es sind einfach zu viele)

 

Dort angekommen freute ich mich auf eine ziemlich geringe Wartezeit von zwei Stunden, doch die Freude währte nur kurz, da wir in eine andere Zeitzone geflogen sind. Drei Stunden warten...

 

Sechzehn Uhr Ortszeit London. Der Flieger startete pünktlich und wir waren nun für die nächsten elf Stunden in einer Blechdose eingesperrt. Zwischendurch fühlte ich mich wie in einer Babywiege. Es ging hin und her, hoch und runter und wieder hin und her. Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen, wie oft wir uns anschnallen mussten, es gab halt einige Turbulenzen.

Aber wir kamen heil in Phoenix an und der Zollbeamte kam bedrohlich nahe. Meine Hände tropften mittlerweile.

Doch die Aufregung war umsonst, ich kam ohne Probleme durch die Kontrolle.

Jetzt mussten wir nur noch vom Flughafen in Phoenix nach Flagstaff kommen. Sind ja nur 147 Meilen. Irgendwann um zwei Uhr nachts kamen wir dann endlich in unseren Bungalows an und ich freute mich nach 26 Stunden ohne Schlaf auf ein Bett.

 

Ich war endlich da.

Und jetzt streikt mein laptop, den ich extra wegen der Internettelefonieoption mitgenommen hatte.

Aber in den nächsten Tagen fahren wir einkaufen und dann wird sich bestimmt ein neues Schätzchen zugelegt.

Aber erst mal wird ausgeschlafen....

I believe I can fly....

26.2.11

 

War das eine Woche...

Zuhause wartet mein Garten auf eine ganze Menge arbeit, weil er im Sommer zu meinem dreißigsten Geburtstag in neuem Glanz erstrahlen soll. Der Job will auch erledigt werden und der ist nun mal teilweise echt verdammt hart und dann kommt vom Sport noch so die eine oder andere Aufgabe, die gelöst werden will.

Eigentlich hab ich mich tierisch gefreut, dass die Kilometer auf dem Trainingsplan nicht mehr auf zwei Einheiten täglich verteilt wurden, doch dann stand da was neues " Leistungsdiagnostik". Na prima. Am Dienstag führte mich mein Weg (oder viel eher das Vereinsauto) zum Institut für angewandte Trainingswissenschaft in Leipzig. Wer so was schon mal gemacht hat, weiss in etwa, was da hinter mir liegt. Für die, die es nicht wissen: Rennen. Bis zum Geht-Nicht-Mehr.

Ich bin auch gerannt. Und gerannt, und gerannt. Und das steckt mir nun seit Mittwoch in den Beinen.

Kein Problem, wird mir jetzt jeder sagen. Es wird schon wieder, ist ja nur Muskelkater.

Stimmt, doch der Muskelkater sollte mir ein wenig die Laune für heute vermiesen, denn ich wollte wieder einmal nach Duisburg zur Nike Winterlaufserie. Doch was erfuhr ich einige Tage vorher von dem allseits beliebten und ausserodentlich talentierten Moderator Andreas Menz? Kein geringerer als unser Europameister und mein Vereinskamerad Jan Fitschen wollte einen Testwettkampf dort absolvieren.

Jan und ich verstehen uns gut und es gab sogar mal Zeiten, in denen ICH ihm im Sprint weggelaufen bin, doch das ist wirklich laaaaaange her ;-).

Wie auch immer machte ich heute mit meiner Frau und zwei der drei Kinder einen netten Familienausflug zur Wedau. Es war angenehm warm anfangs schien sogar etwas die Sonne und der Wind war zwar kräftig, aber ebenfalls warm. Richtig tolles Wetter für Spitzenzeiten!!!

Wir waren nicht mal ganz angekommen, da liefen wir Jan Fitschen schon in die Arme. Alles war schnell organisiert und wir liefen uns mit den beiden anderen Wattenscheidern Vitaly Rybak und Thorsten Graw ein. Am Start wurde wieder fröhlich geplaudert und die Stimmung war (wie immer in Duisburg) vollkommen ausgelassen. Bis der Startschuss das fröhliche Gespräch störte.

Wir stürmten mal wieder los, als wäre der Leibhaftige hinter uns her und schenkten uns gegenseitig gar nichts.

Erst liefen Jan, Vitaly und ich als Gruppe zusammen, doch nach etwa fünf Kilometern kam ein Waldstück.

Wie ich vorhin schon erwähnte, saßen meine Waden noch vollkommen zu von der Leistungsdiagnostik. UND DAS SOLLTE SICH NUN ZEIGEN!

In jeder Kurve verlor ich fast zehn Meter zu den anderen beiden. Jan und Vitaly liefen weiterhin ihren drei-Minuten-Schnitt und ich kam mit über zehn Sekunden Verspätung wieder aus dem Wald. Es war wirklich zum heulen. Die ersten Schritte nach dem Wald erfolgen wieder schneller, so dass ich mich schnell auf das ursprüngliche Tempo einfand. Die beiden blau-weißen immer im Blick rannte ich weiter und versuchte, sie nicht entkommen zu lassen. Doch vormachen konnte ich mir nichts, ich kam nicht mehr ran. Die Waden schmerzten, der Kopf sagte"renn einfach so weiter" und die zwei Figuren vor mir entfernten sich langsam von mir.

Als ich um die vorletzte Ecke am Stadion bog, hörte ich schon über Lautsprecher, dass Jan fertig und Vitaly kurz vor dem Ziel war. Kennt ihr das? Ihr seid irgendwie total fertig mit allem, doch kurz vor Schluss, wenn die Beine schwer werden und der Kopf schon lange ausgeschaltet hat, ruft euch jemand zu. Ihr werdet angefeuert. So hab ich mich in diesem Moment auch gefühlt und meine Beine verformten sich zu einem Rad, ähnlich wie beim Roadrunner, der mal wieder vor dem Koyoten davonlief. Vor mir war jetzt nur noch das Begleitfahrrad und ich wurde von Beifallsklatschen Meter um Meter weiter ins Ziel getragen.

Es war toll. Viel der Zuschauer standen eigentlich nur da, um einen Europameister zu sehen, doch sie klatschten für jeden weiteren Läufer, der über diese Tartanbahn flog. Es war wirklich grandios.

Mit 46,47 min kam ich ins Ziel und freute mich wie ein kleines Kind. Es war wirklich ein schönes Rennen, auch wenn es mich tierisch aufgeregt hat, dass ich in diesem doofen Waldstück so viel Zeit verloren habe.

Jan wurde verdienter Sieger und hält ab jetzt den Streckenrekord mit 45,38 min, dicht gefolgt von Vitaly Rybak.

Nachher haben wir uns noch zusammen ausgelaufen und freuten uns über die tollen Ergebnisse.

Ich ärgere mich trotzdem noch etwas, denn wenn die Leistungsdiagnostik nicht gewesen wäre, hätte ich mit Vitaly um Platz zwei gekämpft. Im Traum würde ich vielleicht Jans Endspurt in Göteborg imitieren und auf den letzten hundert Metern an ihm vorbeizischen ;-) Man darf ja wohl noch träumen....

Silvesterlauf Münster 2010

02.01.11

 

Das liebe Wetter sollte mir mal wieder einen Strich durch die Rechnung machen, in Herne was zu reissen. Bisher war es immer wieder Steffen Uliczka, der vor mir ins Ziel kam (was ich ihm jedesmal von Herzen gegönnt habe, da er wirklich mal sauschnell rennt) und in diesem Jahr wurde der Silvesterlauf in Herne wegen schlechter Streckenverhältnisse abgesagt. Also stand ich da. Was nun?! Eigentlich war das schon klar, weil ich, wie in jedem Jahr, wieder nach Münster wollte. Und diesmal sollte es sogar ohne Stress auf der Autobahn und ohne nervenaufreibendes Nachmelden nach Ablauf der Meldefrist gehen. Und Was las ich auf der Internetseite der Veranstaltung? Mein allerbester Freund aus vergangenen Zeiten wollte dort gewinnen. Freunde und Bekannte kennen ihn und wissen, warum er mein besonderer Freund ist, doch aus Rücksicht auf ihn ändere ich mal seinen Namen. Nennen wir ihn mal Stefan K.;-)

Wie dem auch sei fuhr ich dann gegen Mittag seelenruhig nach Münster.

Dort angekommen meldete ich mich an und lief mich dann auch ein. Münster ist natürlich für mich wie ein Heimspiel hier in Coesfeld, weshalb ich kaum zum Warmlaufen kam. Es waren einfach so viele bekannte Gesichter dort, die mir zumindest viel Glück wünschen wollten, dass ich kaum aus der Sporthalle kam.

Doch irgendwann war es dann soweit. Ich stand warmgelaufen am Start und bereitete mich noch mental auf das Rennen vor.

Irgendwann trafen sich Stefans und meine Blicke. In einem Film wären jetzt Blitze geflogen, doch bei uns knisterte nur die Luft ;-) Wir reihten uns Ins Startefeld ein und erwarteten den Start.

Der Startschuss fiel, wir rannten los.

Stefan übernahm direkt die Führung, was zum Teil überraschte, denn sonst lässt er einen 9800m vorlaufen, den er dann zuletzt überholen kann und anschliessend mit seiner ach so tollen Leistung glänzen kann...

Er rannte teilweise unter drei Minuten, doch das störte mich kaum und ich rannte mit. Nach etwa 2 Kilometern änderte sich die Strecke und es war weder geräumt, noch gestreut. Man konnte erkennen, dass Stefan arge Probleme hatte, damit klar zu kommen. Mir fiel das laufen nicht ganz so schwer, denn ich hatte vorsorglich Spikes angezogen, die mir guten Halt auf der vereisten Strecke gaben. Nach 2,5 kilometern habe ich Stefan überholt und lies ihn fortan nicht mehr an mir vorbei.

Es war eine wirklich harte Strecke,doch mit meinen Spikes machte mir das wirklich nicht so viel aus. Doch Stefan hatte um so mehr damit zu kämpfen, denn er fiel zurück. Bei Kilometer 8 war mir dann der Sieg mehr oder weniger sicher, denn Stefan wurde von letztlichen Zweiten überholt und stieg letztlich aus.

Als ich das bemerkte, löste sich in mir irgendwie ein turbo und ich schoß in perfektem  drei-Minuten-Schnitt über das Eis. Mit einer guten 32er zeit kam ich dann nach zehn Kilometern als erster ins Ziel und freute mich später über einen hochwertigen Gutschein für die Galeria Kaufhof. Mal sehen, in was man das umsetzen kann.

Von Stefan hatte man später nichts mehr gesehen. Ich hörte, er sei noch unter der Dusche gesehen worden und dann schnellstens verschwunden ;-)

Schade, dass manche Menschen so schlecht verlieren können...

Trotz alledem wünsche ich nicht nur Stefan, sondern auch allen anderen ein wundervolles, glückliches und erfolgreiches Jahr 2011. Für mich hat es ja schon gut begonnen ;-)

Resumee

Das schlimmste ist überstanden. Die Geschenke sind nicht nur gekauft und verpackt, sondern auch an sämtliche Empfänger mit breitem Grinsen überreicht, das Weihnachtsessen  ist vertilgt und lacht einen frech von den Hüften aus an und der Schnee hat hoffentlich auch bald genug von Deutschland gesehen, so dass die Menschen hier endlich wieder anfangen können, normal Auto zu fahren und einzuparken!!!

Allerdings möchte ich hier gern ein kleines Fazit zum Jahr ziehen. Denn bei uns ist viel passiert. Zum ersten ist da Helena, unser jüngster Spross, die am 25.12. eine Altersklasse aufgestiegen ist und nun zur AK-W-1 gehört. Sie mutiert immer mehr zur Schabernackprinzessin erster Güte, denn selbst wenn sie müde in ihrem Bettchen liegt, heckt sie wieder irgendwelchen Unfug aus, den sie nach ihrem Schläfchen sogleich testen muss. So haben nicht nur die Weihnachtsbaumkugeln gelitten, sondern auch unser tolles Adventsgesteck, welches sich bis heute früh auf unserem Wohnzimmer befand, bis der personifizierte Satan seine Finger ausgefahren und das komplette Gesteck auseinandergepflückt hat. SIE hatte Spass.

Um bei den Kindern zu bleiben erwähne ich auch noch unsere Älteste, Jana, die im Sommer in die Grundschule gekommen ist und seither keinen Tag vergehen lässt,ohne uns zu beweisen, wie sportlich sie ist. Sie klettert an der schuleigenen Kletterwand in Rekordzeit hin und her, Rennen liegt ja eh in der Familie und nachdem sie als blutige Schwimmanfängerin in den Schulunterricht gestartet ist, hat sie seit Nikolaus ihr Seepferdchen.

Marie, die Mittlere, freut sich über ihren neuen Kindergartenfreund Titus, mit dem sie sich wahrscheinlich telepathisch verständigt, da auch die Erzieherinnen bestätigt haben, beide würden nicht viel sprechen, dafür SEEEEHR fantasievoll miteinander spielen. Und das ständig.

Severine hat ja im Sommer ihr Abitur vervollständigt und bewirbt sich nun auf zahlreiche Ausbildungsplätze, was sich leider als nicht ganz so einfach wie erhofft zeigt, doch nicht aufgegeben wird. 

Also hatten die Vier schon mal ein ganz erfolgreiches Jahr 2010.

Doch wie sieht es da bei mir aus?

Sportlich gesehen war es derzeit das erfolgreichste Jahr meiner Läuferkarriere, denn mit meiner neuen Marathonbestzeit kann ich nicht nur prima angeben, sondern werde auch für Sportler des Monats-Wahlen aufgestellt, werde Herbstmeister und mein Gesicht lacht mich öfter aus der Lokalzeitung an als das tägliche Prospekt des örtlichen Bäckers.

Privat allerdings sieht es echt mies aus.

Nicht nur, dass direkt zu Beginn des Jahres mein Cousin mit nicht ganz 30 Jahren gestorben ist, im Sommer diesen Jahres starb zudem ein weiterer Cousin an den Folgen einer verpfuschten Blinddarm-OP.

Ausserdem hatte unser bester Mitarbeiter und guter Freund einen Tag vor Nikolaus einen schweren Autounfall und wird sicherlich mindestens sechs Monate ausfallen, was mir nicht nur Sorgen um Ihn sondern auch um meine Arbeitszeiten einbringt. Doch leider können wir nichts davon rückgängig machen und müssen damit klar kommen.

Meinen Tanten und Onkel und allen weiteren Angehörigen der beiden Verstorbenen wünsche ich viel Kraft, diese schwere Last zu tragen und sie eines Tages sogar zu überwinden( sie werden beide nie vergessen, was sie unsterblich für uns alle macht, bitte vergesst das nicht)

Und Waldemar, dir wünsche ich weiterhin gute Besserung und alle Zeit der Welt, damit du wieder ganz gesund wirst und wir wieder zusammen die älteren Damen beeindrucken können, bei denen wir so viele Gerüste schon gebaut haben und noch bauen werden.

Sonst lief auch wenig glatt bei mir, denn nicht nur, dass mein niegelnagelneues Auto angezündet wurde, nein, mein neus Carport ist immer noch nicht gebaut, da einige Firmen es leider nicht zu ihrer Philosophie zählen, vermeintlichen Kunden zumindest eine Absage zu erteilen. Ausserdem hält der Schnee die neue Firma leider auch davon ab, endlich anzufangen, da der Boden mindestens 30cm durchgefroren ist und sie dann nicht bauen können.

Und wenn das nicht genug wäre haben wir allein durch die Wiederbeschaffung eines Wagens und dem gesamten drumherum mal eben 16000 Euro verloren, die uns in Zukunft mit Sicherheit an wichtigen Stellen fehlen werden.

Aber man soll ja nicht immer nur das negative sehen, denn die Landschaften sehen zur Zeit wunderschön eingeschneit aus und selbst sehr gute Silvesterläufe wie der in Herne werden wegen der weißen Pracht abgesagt. Wo da das positive dran ist? Jetzt kann ich in Münster starten und einen meiner liebsten Laufkollegen treffen( hoffentlich direkt zwischen die Augen) Ich mache natürlich nur Scherze;-)

 

Also wie ihr seht, ist mein Jahr 2010 sehr zwiegespalten, wobei ich hoffe, dass mir das Jahr 2011 um so mehr Glück bringen wird, da schon einige gute Wettkämpfe in Planung sind, ich erstmalig das Elitetrainigslager in Flagstaff miterleben werde und ich zu gerne im Herbst mit einer weiteren Bestzeit über die Königsdistanz glänzen möchte.

Wir denken weiterhin positiv in die Zukunft und wünschen allen Verwandten, Freunden, Bekannten, Unbekannten, Laufbegeisterten, Fans, Feinden und allen anderen einen Guten Rutsch ins Jahr 2011 und dass sich all eure guten Vorsätze verwirklichen lassen und eure Wünsche endlich in Erfüllung gehen.

Bis 2011

Sportmedienpreis 2010

11.12.2010

Und wieder einmal geht es auf das Jahresende zu und alle Welt wählt die Persönlichkeiten des Jahres. So auch der Kreis Coesfeld. Und drei mal dürft ihr raten, wer mit zur Wahl steht... Nein, nicht Vitali Klitschko, Ich.

Eigentlich habe ich selten die Gelegenheit, an Wahlen teilzunehmen, da ich mir nicht die besten Erfolgschancen ausmale, doch diesmal sollte es vielleicht doch klappen. In den letzten Jahren wurde ich öfters zur Wahl zum Sportler des Jahres aufgestellt, doch wenn man gegen Menschen atritt, die Weltrekorde brechen, dann hat man mit einer Marathonzeit von knapp 2:20h nicht wirklich den großen Erfolg. Doch Besagte Person nimmt in diesem Jahr nicht teil und meine Bestzeit hat sich unter die magische 2:20h geschoben, so dass ich mir nun Hoffnungen mache. Nachdem ihr mich auch schon bei der Wahl zum Sportler des Monats unterstützt habt, bei der ich übrigens zweiter mit über 30% der Stimmen wurde, und dazu noch vom DLV zum Herbstmeister gewählt wurde, brauche ich letztmalig in diesem Jahr eure Unterstützung. Und das Beste an der Sache ist, ihr braucht euch nicht vorher in irgendeinem Forum anmelden und unter den Teilnehmern wird wieder ein hochwertiger Preis verlost.

Also hier mal der link, wo ihr auch noch andere Topathleten/Athletinnen wählen könnt:

http://www.ksb-coesfeld.de/form/index.php?menuid=169&topmenu=166&keepmenu

mal was nachdenkliches

02.12.10

Die Vorweihnachtszeit hat ja nun begonnen, was wir nicht nur an den Plätzchen und Schokonikoläusen im Handel sehen, sondern auch am Schnee und den geschmückten Schaufenstern und Innenstädten. Nach langer Zeit hat mich das Weihnachtsfeeling so richtig gepackt und auf dem Dach meines Hauses liegt ein etwa 1,50m großer Nikolaus, der an einer Lichterschlauchleiter zum Kamin hinaufklettert. Gerade abends macht es mir dann besondere Freude, die Nachbarskinder dabei zu beobachten, wie sie mit großen, glänzenden Augen den Weihnachtsmann bestaunen und ihre Eltern ganz aufgeregt fragen, ob er sie denn auch besuchen kommt und möglichst viele Geschenke bringt...

Für die Kinder ist es eine tolle zeit mit vielen Süßigkeiten, überall glänzen kleine Lichter und das toben im Schnee lässt die Kälte vollkommen vergessen, da man sich auf den Abend freut, an dem es Kakao und Kekse vor dem prasselnden Kaminfeuer gibt.

Doch ist diese Zeit auch für Erwachsene so toll? Man stürmt von einem Geschäft zum anderen, um seine Weihnachtsgeschenke zusammen zu tragen, man ärgert sich über die langen Schlangen an den Kassen und die leergefegten Regale. Die abgestandene Luft in den Geschäften schafft es mit den Temperaturamplituden von über 25°C höchstens, die Hälse der Menschen auszutrocknen und ihnen wer weiss was für Atemwegserkrankungen beizubringen und abends bekommt es das Umfeld der gestressten Einkäufer zu spüren, dass es ein wahnsinnig anstrengender Tag war, der möglichst nicht wiederholt werden sollte.

Na, findet ihr euch hier irgendwo wieder? Ich mich seit heute nicht mehr, denn ich habe einen Menschen kennengelernt, dem die Geschenkekauferei so egal ist, wie anderen ein Blatt Papier.

Heute morgen begleitete ich meine Oma zum Arzt, wo einige zeit nach uns ein Mann herein kam. Er war schätzungsweise 45 Jahre alt und ziemlich groß, doch er lief an Krücken. Erst dachte ich, er hätte eine Verletzung am Bein, doch mein zweiter Blick klärte mich auf, dass es etwas längerfristiges war. Als die anderen Patienten bemerkten, dass er total ausser Atem war, boten sie ihm Hilfe an, die er jedoch dankend ablehnte und sich neben mich setzte. Ein anderer Mann mit Krücken begann sofort ein Gespräch mit ihm und nach einigen Minuten wussten alle Patienten, was mit dem Mann los war.

Vor etwa 16 Jahren erkrankte er an Knochenkrebs, weshalb man ihm die rechte Hüftpfanne entfernen musste. Sein rechtes Bein war derart in Mitleidenschaft gezogen worden, dass die Ärzte es amputieren wollten, doch es konnte, stark lädiert, gerettet werden.

Vor zwei Jahren war er zudem ausgerutscht und hat sich dar Rückgrat gebrochen. Dabei hat er sich einen Lendenwirbel derart zertrümmert, dass ihm eine Prothese eingesetzt werden musste und er seitdem regelmäßig starke Schmerzmittel nehmen musste. Wenn ich jetzt seine weiteren Erkrankungen aufschreibe, bin ich bis Weihnachten nicht fertig, doch was er alles mitgenommen hat, hat alle in Erstaunen versetzt.

 Was mir aber imponierte, er hat sich keineswegs beschwert. Keine wehmütigen Sätze, wie " war das früher schön" oder " wenn ich das noch könnte". Er hatte sein Schicksal angenommen und beschwerte sich lediglich darüber, dass er drei der letzten sechs Jahre in Krankenhäusern verbracht habe und er an diesem Tag bereits vier Stunden in diesem Ärztehaus zugebracht hat, um sich die Diagnose Anämie abzuholen, was er schon seit einer Woche geahnt hat.

Nich mal im entferntesten kann ich erahnen, was dieser Mann bereits erlebt und durchgemacht hat, dennoch beschäftigt er mich besonders.

Doch warum? Egal, wo man in diesen Tagen hinsieht, man sieht Elend und Trauer. In diesem Jahr sind zwei Familienmitglieder mit kaum 30 Jahren gestorben, irgendjemand meinte im Sommer, unser neues Auto anzünden zu müssen, was uns fast unser Haus gekostet hätte und auch im Fernsehen sieht man total oft traurige Kinderaugen, die nach Hilfe rufen. Doch dieser Mann beschwerte sich lediglich um die "Lahmarschigkeit" der Ärzte. Wie alle anderen auch, die auf ein Rezept gegen ihre Erkältung warten, welches eh nicht hilft. Er beschwerte sich auch nicht über den Schnee draußen, der ihm das Laufen um ein vielfaches erschwerte. Es war ihm total egal.

Wo er sich allerdings aufgeregt hat, war, als eine Frau zu ihm meinte, er solle Geduld haben und positiv denken. Diesen Spruch wird er in seiner Vergangenheit bestimmt öfters gehört haben, was seine Reaktion erklärt, denn er fauchte die Dame an, er hätte doch wohl besseres mit seiner Zeit anzufangen, als vier Stunden auf eine Diagnose zu warten, die er bereits nach einer viertel Stunde stellen könnte. Ausserdem habe er die hälfte der letzten sechs Jahre im Krankenhaus verbracht undd sich nicht einmal beschwert, was ihm wohl nun das Recht gebe, etwas Rücksicht für seine Person zu verlangen, da er aufgrund der fehlenden Hüftknochen auf dem Steißbein sitze, was sehr schmerzhaft sei. 

Somit war der Mann nicht nur eine mentale Kampfsau, sondern auch noch äußerst direkt zu der Frau, was mir den Mann sehr sympatisch gemacht hat.

 

Also ihr lieben, als Vorsatz fürs nächste Jahr nehmt euch einfach einen Menschen vom Format dieses Mannes und versucht einfach, euch nicht mehr so viel zu beklagen, denn es gibt viele Menschen, denen es weitaus schlimmer geht, die sich jedoch nicht beklagen und einfach mit ihrer Situation umzugehen versuchen. Somit gerät mein angeschlagener Zeh im tiefe Vergessenheit und schwindet einem ehrfürchtigen Gefühl diesem Mann gegenüber für so viel Lebenswille und Mut.

Sancta Maria, ora pro nobis!